Rwandan Epic

Erfolgreich in Rwanda

Das MTB Rennen Rwandan Epic war mein letztes Rennen diese Saison, aber auch der Grund der Gründung meines Charitiy Projektes SHIFT UP FOR RWANDA (SUFR) nach meiner ersten Teilnahme dort. Vor wenigen Tagen ging das Race wieder über Bühne, oder besser über die Tausend Hügel Rwandas, und es stand heuer somit viel mehr auf dem Programm als nur das Rennen zu fahren. Für SUFR galt es bikes mitzunehmen und neben mir, waren auch fünf Sportler der Twin Lakes Cycling Academy sowie Kumpel Flo mit am Start. So freute ich mich Twin Lakes Gründer Florent mal wieder in echt zu treffen, eine Woche mit seinen Kids zu verbringen und gespendetes Material zu übergeben.

Die Anreise verlief holprig und auch die Reisegruppe war kleiner wie anfangs geplant denn mein Fotograf Don musste kurzfristig absagen, aber letzten Endes schafften es Flo und ich samt fünf Räder und vieler Ersatzteile sowie Helme nach Kigali. Dass sich die Airline Egypt Air als volle Katastrophe erwies muss hierbei gesagt werden. Am Rwandan Epic wollte ich mit meinem Racepartner Bart Classens aus Holland mit dem Ziel Gesamtsieg an den Start gehen. Florian fuhr mit Twin Lakes Coach Didi und von den Boyz bildeten Banzi mit Merci sowie JD und Vale je ein Team. Im großen über 130 Mann starken Teilnehmerfeld war man somit gut vertreten und die blau-grünen SUFR Jerseys fielen auf. Das Rwandan Epic findet im für MTB Rennen bekannten Zwei-Mann Teammodus statt und es warteten fünf Etappen auf die Sportler.

Nach dem Check der Räder und der Erkenntnis, dass wir in Zukunft neben Englisch auch in Sachen Fahrradpflege coachen müssen, ging es am Mount Kigali mit einem 8km Prolog los. Nicht schlecht war die Überraschung als Bart und ich als Sieger verkündet wurden und somit ins Gelbe Trikot schlupften. Dies war übrigens nicht gelb, sondern weiß und mit zur Freude aller Racer von der lokalen Brauerei Skol gesponsert. Mit Bart hatte ich einen Partner gefunden, der ähnlich tickt und in Sachen Etappenrennen über viel Erfahrung verfügte, somit harmonierten wir von Beginn an perfekt. Überraschend war die Sache vor allem, da ich auf einem Leihrad starten musste da wie oben angesprochen Egypt Air ziemlichen Murks mit dem Radtransport fabriziert hatte.

Tag zwei war dann gleich mal die 102km Königsetappe nach Musanze, vorbei an atemberaubenden Blicken, ging es in die Heimat von Florent und der Twin Lakes Cycling Academy. Das Wetter sonnig und die Höhe lies das Herz zusätzlich pumpen. Bart und ich zogen durch und gewannen auch die Königsetappe mit einem guten Polster auf Rang zwei. Den hielten zwei Kenianer inne, welche auch in Glasgow an der WM dabei waren aber taktisch und fahrtechnisch einfach zu viele Fehler machten.

Mit der Sonne war es dann vorbei und ab nun schlug das Wetter um und die drei letzten Etappen waren allesamt sehr nass, die Regenzeit ließ grüßen. Bart und ich konnten vorne durchmarschieren, auch wenn es kein Selbstläufer war. Im MTB kann einfach zu viel passieren, und so fuhren wir Tempo aber immer auch mit Hirn. Außerdem ist das Terrain in Rwanda einfach zu geil, um es langsam angehen zu lassen. Die Trails sind meiner Meinung nach „echtes“ MTB und kann ich jedem nur empfehlen. Über eine weitere Marathon Etappe, einer Cross Country Etappe am Fuße des Gorilla Nationalparks und dem Finale über einen Berg mit knapp 3.000Hm ging es zum Ziel an den Lake Kivu.

Das Leadertrikot ließen wir uns nicht mehr nehmen und waren auch nie in Gefahr, so macht das Spaß. Ebenfalls viel Freude machte es den Fortschritt der jungen Rwandaner auf dem Bike zu sehen. Sie lernten mit jedem Tag Fahrtechnisch aber auch in Sachen Taktik dazu. Auch wenn es neben dem eigenen Rennen nicht leicht war, versuchte ich am Abend immer ein paar Anweisungen, coachings und Tipps an die Truppe zu geben. Teils wurde es verstanden, teils musste Florent aber doch nochmals in Landessprache übersetzen und nachhacken. Dass sie und auch Flo alle in Top Ten landeten und dabei einige Europäer auf viel besserem Material hinter sich ließen, zeigte von ihrem Potential. Vielen stillen Beobachtern in Rwanda konnte man zeigen dass das Projekt schon jetzt Früchte trägt und allen Teilnehmern vor Ort hatte man die Geschichte eindrücklich vermittelt. Auch konnten wir einige Hausaufgaben und Erkenntnisse mitnehmen, welche eben nur ein Besuch vor Ort aufzeigen kann. Aber der Weg stimmt, die Freude gerade bei Übergabe der Bikes war riesig und somit einfach weiter ein klares SHIFT UP FOR RWANDA. Als Titelverteidiger sollte auch klar sein, wo ich 2024 sicher wieder starten werde.

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